Historie

Deutsche Ableitungen

1924     Nach dem Bau des Walchenseekraftwerks wurde die Isar bei Krün sowie der Finz- und Kranzbach durch einen Werkkanal (Kapazität 24m³)  zum Walchensee abgeleitet (Jahresmittel ca. 15 m³/s). Zusätzlich wurde der natürliche Auslauf des Walchensees über die Jachen  unterbrochen.

1950     Aufgrund des vermehrten Energiebedarfs in der Nachkriegszeit wurde der Rissbach bei Vorderriß ebenfalls durch einen Stollen in den Walchensee übergeleitet (Jahresmittel ca. 8m³/s). Ableitungen des Fisch-, Alpen-, Finz- und Kranzbaches

Die Überleitung aus der Isar betrug bis zu 25m³/s. Im ursprünglichen Flussbett blieben nur die Hochwässer.

Österreichische Ableitungen

1927     Bau des Kraftwerks Jenbach und Absperrung des natürlichen Achenseeauslaufes (Seeache/Walchen).

1929     Ableitungen des Ampelsbaches zum Achensee. Im gleichen Zeitraum erfolgten die Einleitung der Achenkirchner Quellen durch ein Pumpwerk in den Achensee.

1951     Ableitung von Unterautalbach, Kesselbach und Dürrach zum Achensee. Ableitung des Blaser- u. Dollmannsbaches.

Auswirkungen der Ableitungen

Durch die vollzogenen Ableitungen werden der Isar oberhalb von Lenggries im Jahresmittel ca. 35 m³/s (Deutschland ca. 23 m³/s) entzogen. Das Einzugsgebiet (Niederschlagsgebiet) der Isar reduziert sich um 993 m² (Deutschland 776 m²). Allein der in Deutschland entzogene Niederschlagsbereich entspricht fast genau der Fläche des Altlandkreises Bad Tölz.

Durch den Wasserentzug wies die Isar bei Bad Tölz weniger als die Hälfte, bei Lenggries weniger als ein Drittel des natürlichen Mittelwasserabflusses auf.  Isar, Rissbach, Walchen, Dürrach und Jachen waren unterhalb der Sperrbauwerke den größten Teil des Jahres praktisch wasserleer.

Proteste und Gründung des Vereins „Rettet die Isar jetzt e.V.“

Die jeweiligen Eingriffe stießen von Anfang an auf den entschiedenen Widerstand der „Isarwinkler“ und aller am Naturschutz Interessierten.

1966     Wasserrechtlicher Bescheid des Landratsamtes Bad Tölz. Vorgeschriebene Mindestwasserzuführung in Bad Tölz (Sommer 20 m³/s; Winter 10 m³/s)

1972     Forschungsauftrag des Bayer. Landtages zur Rückverwandlung der Isar in einen „kultivierten Wildfluss“

1974     Gründung der Notgemeinschaft „Rettet die Isar jetzt!“

Eröffnungsveranstaltung mit Verabschiedung einer Resolution. Teilnehmer waren u.a. der damalige Landrat, sechs Bürgermeister aus dem Isartal, Landtagsabgeordnete und 15 Vertreter landesweiter Vereine.

Als 1. Vorsitzender wird der Lenggrieser Bürgermeister, Dr. Kaspar Seibold, und als 2. Vorsitzender Günther Kick gewählt. Eine anschließende Unterschriftenaktion erbrachte 14.000 (!) Unterschriften.

1975     Studie des BStMI zur Neuordnung der Abflussverhältnisse im oberen Isarbett.

1978     Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan des BStMLU „Die Rückleitung von 4,8 m³/s ist ganzjährig erforderlich und energiewirtschaftlich vertretbar“.

1979/1981 Einstimmige Resolutionen des Kreistages Bad Tölz-Wolfratshausen

1990     Teilrückleitung der Isar bei Krün (Sommer 4,8 m³/s / Winter 3,0 m³/s)

1992     Der bisherige 2. Vorsitzende Günther Kick wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

2005     Umweltpreis des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen für den Verein „Rettet die Isar jetzt e.V.“ für vorbildliche Initiativen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes.

Stetige Forderungen des Vereins nach weiteren (Teil-)rückleitungen der zum Walchensee und Achensee abgeleiteten Gewässer.

Verbesserung der Wasserqualität – Ringen um verbesserte Kläranlagen für die Tiroler Gemeinden Seefeld, Leutasch und Scharnitz

Unterstützung von Maßnahmen, die der Durchgängigkeit des Gewässers „Isar“ (u.a. Bau einer Fischaufstiegshilfe am Kraftwerk Bad Tölz) dienen.

2010    Der Verein „Rettet die Isar jetzt e.V.“ hat mittlerweile über 160 Mitglieder. „Rettet die Isar jetzt e.V.“ darf neben bedeutenden Persönlichkeiten 10 Gemeinden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen sowie namhafte Vereine und Verbände zu seinen Mitgliedern zählen.

Autor:
Datum: Montag, 25. Januar 2010 16:30
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