Verein

Rettet die Isar jetzt!

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Gründung

Mit dem Bau und Ausbau von Walchensee- und Achenseekraftwerk (Inbetriebnahme/Eröffnung 1924/1927) und den damit verbundenen Eingriffen in die Isar und einer Reihe ihrer Zuflüsse wurde die Wasserführung der Isar stark reduziert.

Durch den Wasserentzug wies die Isar bei Bad Tölz weniger als die Hälfte, bei Lenggries weniger als ein Drittel des natürlichen Mittelwasserabflusses auf. Isar, Rissbach, Walchen, Dürrach und Jachen waren unterhalb der Sperrbauwerke den größten Teil des Jahres praktisch wasserleer.

Die anliegenden Gemeinden zwischen Krün und Wolfratshausen hatten mit den Folgen des Wasserentzugs zu kämpfen (z.B. Absenkung des Grundwasserspiegels, Einschränkungen im Betrieb von Kläranlagen).

Sehr bald formierte sich ein entschiedener Widerstand der „Isarwinkler“ und aller am Naturschutz Interessierten gegen dieses Eingriffe.

1974 wurde der Verein „Rettet die Isar jetzt!“ als Notgemeinschaft gegründet.

Ab 1990 hat sich – Dank der „Notgemeinschaft“ – die Situation etwas gebessert. Es wurde eine Teilrückleitung der Isar bei Krün durchgesetzt (Sommer 4,8 m³/s / Winter 3,0 m³/s), nicht aber ohne auch dieses rückgeleitete Wasser energetisch zu verwerten.

Nach wie vor aber werden die Zuläufe der oberen Isar vom Kranzbach bis zur Walchen sowie die Jachen nach rein ökonomischen Prinzipien zur Stromerzeugung genutzt.

Wir verkennen nicht die Bedeutung der Wasserkraft für die notwendige Energiewende. Allerdings stehen heute Ökonomie und Ökologie in einem anderen Verhältnis als um 1920 beim Bau des Walchensee-Kraftwerks. Die Bedeutung einer ökologischen Gewässerbewirtschaftung ist nicht zuletzt in der europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie anerkannt. Energetische Nutzung ist nach heutigem Verständnis soweit möglich, wie ökologische Belange nicht verletzt werden. Dazu ist mehr als nur Kosmetik notwendig!

Der Verein „Rettet die Isar jetzt e.V.“ hat derzeit über 270 Mitglieder. Neben Einzelpersonen zählen sowohl Kommunen als auch Vereine und Verbände zu seinen Mitgliedern.

Satzung

Der Verein „Rettet die Isar jetzt!“ e.V. legte in seiner Satzung vom 25. Juli 1986 fest:

Zweck der Notgemeinschaft ist es unter anderem

  • mit großem Nachdruck darauf hinzuwirken, dass die in der Vergangenheit erfolgten Ableitungen von Gewässern aus dem Abflussregime der oberen Isar ohne Verzögerung rückgängig gemacht, zumindest jedoch dauerhaft auf ein ökologisch vertretbares Maß reduziert werden
  • mit Wachsamkeit darauf zu achten, dass bereits eingetretene Schäden beseitigt und künftig schädigende Eingriffe vermieden werden
  • die Öffentlichkeit ständig auf Gefahren hinzuweisen, die durch Eingriffe in natürliche Gewässer für Umwelt und Volksgesundheit drohen
  • insgesamt dafür zu sorgen, dass das obere Isartal in seiner Schönheit und Natürlichkeit auch den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.

Erfolge

  1. 1990 wurde erreicht, dass das Isarbett ab dem Krüner Wehr im Sommer 4,8 m³/s und im Winter 3,0 m³/s Restwasser erhält. Dadurch erhielt die obere Isar wieder mehr den Charakter einer Wildflusslandschaft, wie sie in Deutschland einmalig ist.
  2. 2013 beschloss der Landkreis auf Initiative das Vereins die Einstellung von Isarrangern, um den Auswüchsen des Freizeitbetriebs zu begegnen. Dies hat sich bewährt und wurde ausgebaut, so dass heute elf Ranger im Einsatz sind. 
  3. 2019 ging eine langjährige Forderung des Vereins in Erfüllung: der Erlass einer Bootsfahrverordnung für die Isar. Bereits im ersten Jahr hat sich die segensreiche und beruhigende Wirkung diese Instrumentes gezeigt.
  4. Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zeigen auch unserer Bemühungen um Beschränkungen der Ableitungen zum Achensee erste Früchte. Ab 2021 soll die Dürrach Restwasser erhalten. 
  5. Die Diskussion um die Neukonzessionierung des Walchenseekraftwerks nimmt an Fahrt auf, auch weil unser Verein das Thema seit Jahrzehnten im öffentlichen Bewusstsein gehalten hat.