Eingriffe in die Isar

Rettet die Isar jetzt!

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Obere Isar – Letzte alpine Wildflusslandschaft Deutschlands

Isar zwischen Sylvensteinspeicher und Vorderriß, Wildflusslandchaft (Foto von Franz Speer 13.07.1996)
Isar zwischen Sylvensteinspeicher und Vorderriß, Wildflusslandchaft
(Foto von Franz Speer)

Die Isar ist einer der wenigen Alpenflüsse mit ausgedehnten, noch weitgehend naturnahen Abschnitten. An der Oberen Isar[1], insbesondere zwischen Krün und dem Sylvensteinspeicher, ist die Isar ein Wildfluss. Sie beherrscht dort das ganze Tal. Den Wildfluss Isar kennzeichnen ein großes Gefälle, enorme Mengen von Steinen, Sand und Kies (auch Geschiebe genannt), sowie extreme Abflüsse – wenig Wasser im Winter, Hochwässer im Sommer.

Mit jedem Hochwasser verändert sich der Flusslauf. In diesen immer wiederkehrenden Veränderungen steckt Dynamik, für Pflanzen und Tiere normalerweise ein Chaos. Doch in dieser Chaos-Landschaft leben Spezialisten, die sich nur hier behaupten können, wie die Deutsche Tamariske. Sie braucht offene Kiesflächen mit Sandanteil. Hochwässer schafft diese Flächen.

Ein weiterer Spezialist in Wildflusslandschaften ist die Gefleckte Schnarrheuschrecke. Auch sie braucht den Störfaktor „Überschwemmungen“ zur Erhaltung ihres Lebensraums, denn sie besiedelt ausschließliche Kiesbänke, die kaum bewachsen sind.

Die riesigen Flächen – die Aue ist teilweise bis zu 1,5 km breit – in denen sich die Isar ausbreiten kann, bilden ein einzigartiges Ökosystem. Durch zahlreiche Eingriffe des Menschen, die insbesondere den Abfluss und den Geschiebefluss eingeschränkt haben (v.a. Walchenseekraftwerk, Sylvensteinspeicher und Tölzer Kraftwerk), wurde dieses einmalige Gebiet in seiner Dynamik stark beeinflusst. Dies hat zur Folge, dass viele der für Alpenflüsse typischen Pflanzen und Tiere heute hochgradig gefährdet sind. Nur mehr bei Extremhochwässern wie zuletzt 1999 und 2005 sucht sich die Isar neue Wege und belebt so diese Wildflusslandschaft neu.

Bereits 1924 wurde auf deutscher Seite der Gebirgsstock Karwendel mit der Isar unter Naturschutz gestellt[2], Österreich folgte 1928[3]. Seit 2004 ist das Obere Isartal als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat)[4] und Vogelschutzgebiet auch ein Schutzgebiet europäischen Ranges: Es hilft als Teil des länderübergreifenden Biotopverbundnetzes „Natura 2000“ die biologische Vielfalt (Biodiversität) zu erhalten. 2010 erhielt die Wildflusslandschaft Isartal das Prädikat für eines von hundert „Bayerns schönsten Geotopen“[5].

Gebändigter Fluss – Korrektionen

[6] Schon im Mittelalter hat der Mensch Abflüsse und Feststoffführung der Alpenflüsse beeinflusst. Die Rodungen im 13. und 14. Jahrhundert sowie die Almerschließung in dieser Zeit brachte eine Zeit verschärften Abflusses und verstärkten Geschiebetransportes mit sich. Diese führten im Alpenvorland zu einer verstärkten Verzweigung und Umlagerung der Flüsse. Offene Kiesflächen prägten die Flusslandschaften. Durch die übermäßige Geschiebezufuhr erhöhten sich die Flussbette laufend und ließen bei Hochwässern das umliegende Land immer häufiger überfluten.

Aber erst ab dem 19. und insbesondere im 20. Jahrhundert war man technisch in der Lage, geschiebeführende Flüsse (Alpine Wildflüsse) „wirksam“ zu verbauen. Nun waren die Wasserbauer in der Lage, den Fluss zu „korrigieren“, wie sie es selbst nannten.

Bereits 1854 erfolgen erste Wasserbauten zur Sicherung der Marienbrücke in Puppling. Nach mehrfachen Beschädigungen und Ergänzungen entstand schließlich die Pupplinger Regelung: auf 2 km ein 45 m breites, völlig gerades Flussbett. Zwischen 1859 und 1906 wurde die Isar auch in Mittenwald verbaut.

Die größte Verbauungsmaßnahme an der Oberen Isar aber erfolgte zwischen 1912 und 1938 auf dem 14 km langen Flussabschnitt Bad Tölz – Fleck (4 km südlich von Lenggries) in Form einer sogenannten Mittelwasserregulierung. Es wurden nur die Prallhänge verbaut, so dass „Mäander“ entstanden. Bei Hochwasser floss der meiste Abfluss im neuen Bett, der Rest bedeckte nahezu die gesamte Aue. Zusätzliche Querbauten in der Aue sollten das abfließende Hochwasser bremsen und Feinteile absetzen. Ziel war es, diese Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die Isar aber vertiefte sich im verbauten Gebiet so schnell ein, dass die restliche Aue kaum noch vom Hochwasser erreicht wurde. Es entstand eine Trockenaue mit vielen Sekundärbiotopen (in den Karten gelb, orange und rot dargestellt).

Der Bau der beiden Kraftwerksysteme Achensee und Walchensee zwischen 1924 und 1953 hat bis heute weitreichende Folgen auf das Abfluss- und Geschiebemanagement der Isar unterhalb des Krüner Wehrs. Diese führten mit der Talsperre Sylvenstein[8] zu einem weiteren großen Eingriff in die Isar.

Erste Pläne für den Bau einer Talsperre an der Sylvensteinenge gehen bereits auf das Jahr 1909 zurück, in denen noch die Idee verfolgt wurde, mittels einer 110 Meter hohen Staumauer die Zuflüsse aus Isar, Rissbach, Walchen und Dürrach zu speichern und direkt über ein Kraftwerk in den Kochelsee abzuleiten. Mit dem Betriebsbeginn und insbesondere dem Ausbau von Walchensee- und Achenseekraft und den Ableitungen der Isar in Krün und ihrer wesentlichen Zuflüsse (Rissbach und Jachen sowie Seeache bzw. Walchen und Dürrach) in den Jahren 1924 bis 1951 entstand für die Gemeinden entlang der Oberen Isar ein Niedrigwasserproblem. So kam es am 26.06.1947 zu einem Landtagsbeschluss, wonach der Sylvensteinspeicher eine ausreichende Wasserführung in der Oberen Isar sicher stellen und möglichst gleichzeitig mit der Rissbachableitung fertig gestellt werden sollte. Die Gemeinden und Städte flussabwärts waren aber v.a. am Hochwasserschutz interessiert. Und neben den wasserwirtschaftlichen Überlegungen mussten auch Naturschutzaspekte berücksichtigt werden. In einer Denkschrift der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums wurden 1949 insgesamt 16 Projektvarianten vorgestellt, von denen am Ende nur noch eine „große“ Lösung (mit einer 110 Meter hohen Staumauer und einem Rückstau bis Wallgau mit Schwerpunkt Energiegewinnung) und eine „kleine“ Lösung in die engere Wahl gezogen wurden. Letztendlich kam es am 15.01.1954 zum finalen Beschluss des Bayerischen Landtags für den Bau einer Minimallösung, der dann im Frühjahr 1954 begonnen wurde.

Neben der Niedrigwasseraufbesserung dient der Sylvensteinspeicher heute auch der Minderung der Hochwassergefahr v.a. im Sommer (wichtig vor allem für Bad Tölz, München und Landshut) und – mit untergeordnetet Bedeutung – der Energiegewinnung mit zwei Wasserkraftwerken.

Verstromter Fluss – Kraftwerksysteme Achensee und Walchensee

Eingriffe in die Isar – im Überblick

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts war die Technik so weit gereift, dass alpine Wildflüsse für die Energiegewinnung genutzt werden konnten. Zahlreiche Kraftwerke und Wehre entstanden.

Um den Betrieb der beiden Wasserkraftwerke am Walchensee und Achensee überhaupt erst zu ermöglichen und dann möglichst wirtschaftlich zu betreiben, musste eine ganze Reihe von Eingriffen in die Isar und ihre Zuflüsse vorgenommen werden:

  • Sperrbauwerke zur Ableitung von Flüssen
  • Kanäle, Stollen und Düker zur Überleitung des Wassers zu den Wasserkraftwerken
  • Errichtung von künstlichen Einleitungsbauwerken von den Überleitungen
  • Absperrung der natürlichen Abflüsse von Achen- und Walchensee
  • Bau zahlreicher weiterer Wasserkraftwerke neben dem Achen- und Walchenseekraftwerk
  • Geschiebesperren sowie die Talsperre Sylvenstein
  • u.a.m.

Details zum jeweiligen Kraftwerksystem, zu den Wasserkraftwerken und sonstigen Eingriffen mit den wesentlichen Bauwerken, betroffenen Flüssen und Historie sowie Standortinformationen und Fotos finden sich unter

Eingriffe in die Isar – Übersichtskarte

Die Gesamtheit dieser Eingriffe in die Wildflusslandschaft der Isar und diverser ihrer Zuflüsse bilden die beiden Kraftwerksysteme Achensee und Walchensee und ist in der nachfolgenden interaktiven Übersichtskarte dargestellt.

Vollbildanzeige

Hinweise zur Bedienung der Karte

Standardmäßig werden in der Karte Informationen zum natürlichen und künstlich reduzierten Einzugsgebiet der Isar angezeigt sowie Informationen zu Ableitungen und Absperrungen der natürlicher Abflüsse von Achen- und Walchensee. Über das Symbol für „Datenebenen ansehen“ auf der Karte können weitere Informationen wie Kraftwerke, sonstige Eingriffe, Pegelmessstellen und die natürlichen Einzugsgebiete von Achen- und Walchensee eingeblendet werden.

Eingriffe in die Isar – in Zahlen

Die Leistung eines Wasserkraftwerks ist im Wesentlichen von zwei Größen abhängig:

  • von der Fallhöhe[9] des Wassers
  • von der Wasserdurchflussmenge

Zwischen dem Walchensee und dem Walchenseekraftwerk am Kochelsee liegt ein Höhenunterschied von 200 Metern, zwischen dem Achensee und dem Achenseekraftwerk in Jenbach im Inntal ein Höhenunterschied von 390 Metern.

Damit ist auf natürliche Weise eine der beiden wesentlichen Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft, die Fallhöhe, gegeben.

Anders sieht es mit der erforderlichen Wasserdurchflussmenge aus.

Beim Walchensee beträgt die natürliche Wasserabflussmenge im Jahresdurchschnitt ca. 2,2 m3/s aus einem natürlichen Einzugsgebiet von 75,5 km2.[10]

Die natürliche Wasserabflussmenge beim Achensee beträgt im Jahresdurchschnitt ca. 4,5 m3/s, welche von einem natürlichen Einzugsgebiet von 105,3 km2 gespeist wird.[11]

Damit wäre für keines der beiden Wasserkraftwerke ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Die Lösung dieses Problems war für beide Wasserkraftwerke eine künstliche Vergrößerung des Einzugsgebiets und damit eine Erhöhung der Wasserzuflussmenge durch Überleitungen der Isar und diverser ihrer Zuflüsse.

Dazu kommt, dass aus Sicht der Kraftwerkbetreiber die natürliche Entwässerung sowohl des Achensees als auch des Walchensees in die falsche Richtung erfolgt. Dem wurde einerseits mit Absperrbauwerken für die Seeache und Walchen am Achensee und für die Niedernach und Jachen am Walchensee begegnet. Andererseits wurden Einleitungsbauwerke zu den Wasserkraftwerken als künstliche Entwässerungen errichtet.

Diese Eingriffe haben direkte Auswirkungen auf die Isar, deren Einzugsgebiet und Wassermenge entsprechend reduziert wurde.

Einzugsgebiet des Walchensees

JahrEingriffekm2
1924Absperrung des Walchensees (natürliches Einzugsgebiet des Walchensees)[12]75,5
1924Ableitung der Isar (Krüner Wehr)[13]449,8
1924Ableitung des Kranzbachs[14]22,4
1943Ableitung des Finzbachs[15]37,8
1949Ableitung von Rissbach, Fischbach und Alpenbach[16]210,0
seit 1949gesamtes Einzugsgebiet des Walchensees[17]795,5

Einzugsgebiet des Achensees

JahrEingriffekm2
1927Absperrung des Achensees (natürliches Einzugsgebiet des Achensees)[18]105,3
1929Ableitung des Ampelsbachs[19]29,9
1929Rückleitung der Seeache[20]11,3
1951Ableitung des Unteraubachs[21]9,1
1951Ableitung der Dürrach und des Kesselbachs[22]62,4
seit 1951gesamtes Einzugsgebiet des Achensees[23]218,0

Einzugsgebiet der Isar bis zur Jacheneinmündung

JahrEingriffekm2
bis 1924natürliches Einzugsgebiet der Isar bis zur Einmündung der Jachen[24]1.200,0
1924Absperrung des Walchensees-75,5
1924Ableitung der Isar (Krüner Wehr)-449,8
1924Ableitung des Kranzbachs-22,4
1927Absperrung des Achensees-105,3
1929Ableitung des Ampelsbachs-29,9
1929Rückleitung der Seeache-11,3
1943Ableitung des Finzbachs-37,8
1949Ableitung von Rissbach, Fischbach und Alpenbach-210,0
1951Ableitung des Unteraubachs-9,1
1951Ableitung der Dürrach und des Kesselbachs-62,4
seit 1951reduziertes Einzugsgebiet der Isar186,5

Wassermengen im Jahresdurchschnitt für das Walchenseekraftwerk

JahrEingriffem3/s
1924Absperrung des Walchensees[25]-2,2
1924Ableitung von Isar und Kranzbach in Krün[26]-13,7
1943Ableitung des Finzbachs[27]-0,5
1949Ableitung von Rissbach, Fischbach
und Alpenbach[28]
-7,6
1990Mindestwasser für die Isar in Krün[29]3,9
seit 1990Ableitungen zum Walchensee gesamt[30]20,1

Wassermengen im Jahresdurchschnitt für das Achenseekraftwerk

JahrEingriffem3/s
1927Absperrung des Achensees[31]-4,5
1929Ableitung desAmpelsbachs und Rückleitung der Seeache[32]-2,2
1951Ableitung von Dürrach, Kesselbach und Unteraubach[33]-2,9
seit 1951Ableitungen zum Achensee gesamt[34]-9,6

Wassermengen im Jahresdurchschnitt in der Isar

JahrEingriffem3/s
bis 1924Isar ohne Eingriffe (Sylvenstein Abfluss)[35]41,7
1924Absperrung des Walchensees-2,2
1924Ableitung der Isar und des Kranzbachs (Krüner Wehr)-13,7
1927Absperrung des Achensees-4,5
1929Ableitung des Ampelsbachs und Rückleitung Seeache-2,2
1943Ableitung des Finzbachs-0,5
1949Ableitung von Rissbach, Fischbach und Alpenbach-7,6
1951Ableitung der Dürrach, des Kesselbachs und des Unteraubachs-2,9
1990Mindestwasser für die Isar in Krün3,9
ab 1990Ableitungen von der Isar und ihrer Zuflüsse gesamt-29,7

Wiedergutmachung – Maßnahmen zur Korrektur der Korrektionen

Flusskorrektionen, Uferverbauungen, Querbauwerke, Wasserableitungen usw. sind Eingriffe, die den Wasser- und Geschiebehaushalt sowie die Durchgängigkeit der Isar für Lebewesen (z.B. Fische) tiefgreifend und irreversibel verändert haben. Die Verringerung der Abflussmenge verringert den Geschiebetransport, Querbauwerke (Wehranlagen, Staudämme) unterbinden die Durchgängigkeit des Geschiebetransports komplett.

Anstelle der Verästelung der Isar entsteht tendenziell ein einstromiges Gewässer. Die Nebenarme verkümmern zunehmend. Es entsteht Tiefenerosion, bei der sich ein gestrecktes Einzelgerinne anstelle eines Flechtwerks verästelter Arme und Rinnen in den Untergrund eingräbt.

Beispiele für solche Umbildungen eines verzweigten Flusses zu einem gestreckten Lauf sind:

  • Isar zwischen Sylvensteinspeicher und Bad Tölz
  • Ascholdinger und Ismaninger Auen

Dies führt dazu, dass laufend und dauerhaft Kompensationsmaßnahmen erforderlich werden.

Bereits Ende der 1970er Jahre begann das Wasserwirtschaftsamt, an der Isar bei Lenggries Eingriffe zu beseitigen. Der Bewuchs wurde von den Kiesflächen entnommen und diese somit remobilisiert, d.h., der Kies kann vom Hochwasser wieder bewegt werden. Verbauungen wurden rückgebaut. Damit wurde der Fluss aufgeweitet, was auch der Retention (dem Zurückhalten) von Hochwasser dient.

Zwischen 1993 und 1998 wurden Versuche zur künstlichen Geschiebewirtschaftung (Geschiebeentnahmen vor Querbauwerken und Geschiebezugaben an geeigneten Stellen unterhalb von Querbauwerken) durchgeführt. Diese Versuche wurden in eine Studie des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft (jetzt LfU) von 1999 bewertet und mündeten in einem Lösungskonzept mit diversen geschiebeaktivierenden und flussbettstabilisierenden Maßnahmen:[36]

  • Uferrückbau und Flussbettaufweiterung in der Regelungsstrecke
  • Förderung des Geschiebeeintrags aus einmündenden Wildbächen
  • Remobilisierung verfestigter Kiesbänke
  • Künstliche Geschiebezugabe
  • Sohlstützende Querbauwerke
  • Stauraumspülung bzw. -räumung mit Geschiebeumsetzung

Neben dem Geschiebemanagement wurden mit Aufstiegshilfen an Querbauten auch Maßnahmen zur Durchgängigkeit der Isar für Fische und andere Lebewesen ergriffen (siehe z.B. Krüner Wehr, Geschiebesperrre vor dem Sylvensteinspeicher, Kraftwerk Bad Tölz).


Quellen

[1] Unter „Obere Isar“ wird die Isar von der Quelle bis zur Einmündung der Loisach südlich von München verstanden; siehe auch: Flusslandschaft Isar im Wandel der Zeit

[2] siehe Bayerisches Gesetz- und Verordnungblatt vom 26.01.1960, S. 5ff (Verordnung vom 29.12.1959)
siehe Vordnung über das Naturschutzgebiet „Karwendel und Karwendelvorgebirge“ vom 29.12.1982

[3] siehe Naturpark Karwendel

[4] siehe Infoblatt des Landratsamtes München zum NATURA 2000-Gebiet 8034-371 Oberes Isartal, Stand Februar 2012
siehe Steckbrief des NATURA 2000-Gebietes 8034-371 Oberes Isartal beim BfN
siehe NATURA 2000 Gebietsrecherche online des LfU
siehe Flyer Naturschutzgebiet Oberes Isartal des Landratsamtes Bad Tölz – Wolfratshausen vom Juni 2014

[5] siehe LfU: Bayerns schöste Geotope

[6] siehe Studie über die Möglichkeiten einer Geschiebewirtschaftung der Isar, München 1999, herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft (jetzt LfU), Kap. 8.3
siehe Franz Speer, Das Problemgebiet Obere Isar, Diplomarbeit 1977

[7] siehe Franz Speer, Das Problemgebiet Obere Isar, Diplomarbeit 1977

[8] siehe Wasserwirtschaftsamt Weilheim: Der Sylvensteinspeicher, Broschüre 2009

[9] Gemeint ist hier die Netto- oder Nutzfallhöhe, die geringer als die Rohfallhöhe ist. Siehe dazu das Energie-Lexikon

[10] unterschiedliche Angaben: 75,5 km2 (hier zugrunde gelegt) siehe Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 92, 59,3 km2 zzgl. ca. 16 km2 Seefläche
99,2 km2 siehe Angabe des Hochwasserdienstes Bayern, Stammdaten Walchensee
98,49 km2 siehe Gewässerverzeichnis Bayern. Verzeichnis der Bach-und Flussgebiete in Bayern. Flussgebiet Isar. Stand 2016, S.25

[11] siehe Hydrografisches Jahrbuch von Österreich 2010, S. 606 (OG 399)
siehe Angaben der TIWAG zum Achenseekraftwerk, „Einzugsgebiet und Wasserfassungen“, S. 8

[12] siehe Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 92: 59,3 km2 zzgl. ca. 16 km2 Seefläche

[13] siehe Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 92f: Ableitung Isar, Kranzbach und Finzbach gesamt 510 km2

[14] siehe Gewässerverzeichnis Bayern. Verzeichnis der Bach-und Flussgebiete in Bayern. Flussgebiet Isar. Stand 2016, S.26

[15] siehe Gewässerverzeichnis Bayern. Verzeichnis der Bach-und Flussgebiete in Bayern. Flussgebiet Isar. Stand 2016, S.3

[16] siehe Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 92f

[17] siehe Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 92f
siehe Gewässerportrait des WWA Weilheim zum Walchensee

[18] bis [23] siehe Hydrografisches Jahrbuch von Österreich 2010, S. 606 (OG 399)

[24] Für die Ermittlung der Reduktion des Einzugsgebietes der Isar betrachten wir die Isar von der Quelle bis zur Mündung der Jachen in die Isar. Die Absperrung der natürlichen Entwässerung des Walchensees über die Niedernach und Jachen ist der letzte Eingriff, der das Einzugsgebiet der Isar flussabwärts reduziert. Da es an der Mündung der Jachen in die Isar keine Pegelmessstelle gibt, verwenden wir für das Einzugsgebiet der Isar an dieser Stelle einen Durchschnittswert von ca. 1.200 km2. Dieser Wert liegt zwischen der Pegelmessstelle „Sylvenstein Isar“ mit 1.137,9 km2 und  der Pegelmessstelle „Lenggries / Isar“ mit 1.295,5 km2.

[25] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichende Angabe von EOM mit 3,0 m3/s in der Unternehmensbroschüre „Das Walchenseekraftwerk. Ein Juwel der Technik in den Alpen“, Sonstige Seezuflüsse, S. 10

[26] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichend 14,4 m3/s in „Isar – Problemfluss oder Lösungsmodell. Zur Mindestwasser- und Geschiebeproblematik an Gebirgsflüssen. Laufener Seminarbeiträge 4/97“, S. 100

[27] und [28] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15

[29] siehe Hans-Peter Schanderl, Traum und Alptraum. Die Restisar bei Wallgau. 2018, S.2 und 4
siehe „Isar – Problemfluss oder Lösungsmodell. Zur Mindestwasser- und Geschiebeproblematik an Gebirgsflüssen. Laufener Seminarbeiträge 4/97“, S. 99: Vertraglich zwischen Bayerischer Staatsregierung und Bayernwerk AG vereinbarte Teilrückleitung der Isar am Krüner Wehr von 3,0 m3/s vom 01.11. bis 30.04. und von 4,8 m3/s vom 01.05. bis 31.10. wirksam ab 01.05.1990

[30] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15: 24,0 m3/s bis 1990
Abweichend 25,0 m3/s bis 1990, danach 21,1 m3m/s in Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abschlussbericht. F&E Vorhaben FKZ 299 24 274. Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 11 – Bayern (im Auftrag des UBA) S. 41 und 91
Abweichend 22,1 m3/s in Gewässerportrait des WWA Weilheim zum Walchensee: 1.324 Mio m3 pro 1,9 Jahren entspricht 22,1 m3/s

[31] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichend 2,4 m3/s ermittelt aus Angaben der Unternehmensbroschüre TIWAG zum Achenseekraftwerk „Saubere Energie für Tirol. Achenseekraftwerk“, „Einzugsgebiet und Wasserfassungen“, S. 8: urspr. Zufluss mit Ampelsbachableitung und Rückleitung Seeache um 85% auf 140 Mio m3/Jahr (4,4 m3/s) erhöht, was einer urspr. Wassermenge von ca. 76 Mio m3/Jahr (2,4 m3/s) entspricht.

[32] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichend 2,0 m3/s ermittelt aus Angaben der Unternehmensbroschüre TIWAG zum Achenseekraftwerk „Saubere Energie für Tirol. Achenseekraftwerk“, „Einzugsgebiet und Wasserfassungen“, S. 8: urspr. Zufluss mit Ampelsbachableitung und Rückleitung Seeache um 85% auf 140 Mio m3/Jahr (4,4 m3/s) erhöht, was einer urspr. Wassermenge von ca. 76 Mio m3/Jahr (2,4 m3/s) und einer zusätzlichen Wassermenge von 64 Mio m3/Jahr (2,0 m3/s) entspricht.

[33] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichend 4,3 m3/s ermittelt aus Angaben der Unternehmensbroschüre TIWAG zum Achenseekraftwerk „Saubere Energie für Tirol. Achenseekraftwerk“, „Einzugsgebiet und Wasserfassungen“, S. 8: Erhöhung der Wassermenge durch die Dürrachüberleitung von 140 Mio m3/Jahr (4,4 m3/s) auf 275 Mio m3/Jahr (8,7 m3/s), was einer Ableitung von 135 Mio m3/Jahr (4,3 m3/s) entspricht.

[34] siehe Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (heute StMUV): Isarplan. Kurzfassung. Wasserwirtschaftlicher Rahmenplan Isar, 1979, Abb. 1.3. System der Überleitungen im alpinen Isargebiet, im Zeitraum 1950 bis 1972, S. 15
Abweichend 8,7 m3/s siehe Angaben der Unternehmensbroschüre TIWAG zum Achenseekraftwerk „Saubere Energie für Tirol. Achenseekraftwerk“, „Einzugsgebiet und Wasserfassungen“, S. 4 (Tabelle): : 275 Mio m3/Jahr (8,7 m3/s) Wasserfracht.

[35] Da der komplette Wasserentzug der Isar für die beiden Wasserkraftwerke Achensee und Walchensee oberhalb der Talsperre Sylvenstein stattfindet, eignet sich die Pegelmessstelle „Sylvensteinsee Abfluss“ für die Messung der verbleibenden durchschnittlichen Wassermenge (seit 1990 ca. 12 m3/s), so dass auch die natürliche durchschnittliche Wassermenge ermittelt werden kann, indem die abgeleitete durchschnittliche Wassermenge (29,7 m3/s) addiert wird.

[36] siehe Studie über die Möglichkeiten einer Geschiebewirtschaftung der Isar, München 1999, herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft (jetzt LfU), Kap. 10.3, S. 159ff